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[GOJ's Note: Dieser Text erzählt Emmett's Geschichte - also, wie er ein Teil Cullen-Familie wurde. Er spielte ursprünglich im ersten Band der Serie, "Twilight" oder auch "Bis(s) zum Morgengrauen".]

   

(Anmerkung der Autorin: Dieser Text wurde aus dem original Epilog geschnitten. Obwohl Emmetts Hintergrundgeschichte in Kapitel 14 „Mind over Matter“ kurz erklärt wurde, finde ich es wirklich schade, dass ich es nicht etwas genauer und in seinen eigenen Worten habe.)

    

Emmett und der Bär

   

Ich war überrascht, als ich eine komische Verbundenheit zwischen mir und Emmett feststellte, besonders weil er einst derjenige von allen war, der mir am meisten Angst gemacht hatte. Es hat damit zu tun, wie wir beide auserwählt wurden der Familie beizutreten; wir beide wurden geliebt – und liebten zurück – während wir Menschen waren, auch wenn es bei ihm nur kurz war. Nur Emmett erinnerte sich – er allein verstand wirklich das Wunder, weshalb Edward bei mir blieb.

Wir sprachen das erste Mal eines Abends davon, als wir drei es uns auf den hellen Sofas im Wohnzimmer bequem gemacht hatten, Emmett schwelgte mit mir friedlich in Erinnerungen, die besser als Märchen waren, während sich Edward auf eine Kochsendung konzentrierte – er hatte zu meinem Unglauben beschlossen, dass er Kochen lernen musste und das war nicht so einfach, wenn einem die richtige Wahrnehmung von Geschmack und Geruch fehlte. Immerhin, es gibt doch etwas, das nicht selbstverständlich für ihn ist. Seine perfekte Stirn runzelte sich als der Starkoch noch ein anderes Gericht würzte und es probierte. Ich unterdrückte ein Lächeln.

„Dann hörte er auf mit mir zu spielen und ich wusste, ich war dabei zu sterben“, erinnerte sich Emmett gedankenverloren und beendete die Erzählung seiner menschlichen Jahre mit der Geschichte des Bären. Edward schenkte uns keine Aufmerksamkeit; er kannte die Geschichte schon. „Ich konnte mich nicht bewegen und ich war dabei mein Bewusstsein zu verlieren, als ich etwas hörte, von dem ich dachte, es sei ein anderer Bär, und einen Kampf. Ich wurde dabei am Rumpf erwischt, so vermutete ich. Plötzlich fühlte es sich an, als fliege ich. Ich dachte, ich sterbe, aber ich versuchte irgendwie meine Augen zu öffnen. Und dann sah ich sie –“, sein Gesicht wurde bei dieser Erinnerung ungläubig; ich konnte es ihm völlig nachempfinden, „– und ich wusste, ich war tot. Ich nahm den Schmerz nicht wahr – ich kämpfte damit, meine Augenlieder offen zu halten, ich wollte keinen Augenblick das Gesicht des Engels vermissen. Ich war natürlich benommen und ich wunderte mich, weshalb wir noch nicht im Himmel angekommen waren, dachte, es müsste weiter weg sein, als ich geglaubt hatte. Ich erwartete, dass sie fortging. Doch dann brachte sie mich zu Gott.“ Er lachte sein tiefes, dröhnendes Lachen. Ich konnte leicht verstehen, wie man zu dieser Annahme kommen konnte.

„Ich dachte, was als nächstes käme, wäre mein Urteil. Ich hatte ein Bisschen zu viel Spaß in meinen zwanzig Menschenjahren, also war ich von den Höllenfeuern nicht überrascht.“ Er lachte wieder, doch ich schauderte; Edwards Arm fasste mich unbewusst enger. „Was mich überraschte war, dass der Engel nicht ging. Ich konnte nicht verstehen, wie etwas so Schönem gestattet wurde, mit mir in der Hölle zu bleiben – aber ich war dankbar. Immer wenn Gott kam um nach mir zu sehen, fürchtete ich, er nehme sie mit sich, aber er tat es nie. Ich begann zu glauben, dass diese Priester, die von einem barmherzigen Gott sprachen, am Ende vielleicht doch recht hatten. Und dann ließ der Schmerz nach… und sie erklärten mir die Lage.

Sie waren überrascht, wie wenig mich diese Vampirsache beunruhigte. Aber wenn Carlisle und Rosalie, mein Engel, Vampire waren, wie schlecht konnte es schon sein?“ Ich nickte, gab ihm völlig recht, als er weitersprach. „Ich hatte ein wenig mehr Probleme mit den Regeln…“ Er kicherte. „Ihr hattet am Anfang alle Hände voll mit mir zu tun, nicht war?“ Emmetts spielerischer Stoß gegen Edwards Schulter ließ uns beide schwanken.

Edward schnaubte ohne vom Fernseher aufzugucken.

„Du siehst, die Hölle ist nicht so schlimm, wenn du einen Engel an deiner Seite hast“, versicherte er mir verschmitzt. „Wenn er je beschließt das Unvermeidliche zu akzeptieren, wird es dir gut gehen.“

Edwards Faust bewegte sich so schnell, dass ich nicht sehen konnte, was Emmett der Länge nach über die Couch warf. Edward wandte seinen Blick nicht einmal vom Bildschirm ab.

„Edward!“, tadelte ich ihn entsetzt.

„Mach dir darum keine Sorgen, Bella.“ Emmett saß wieder ruhig auf seinem Platz. „Ich weiß, wo ich ihn finde“, drohte er. Zur Antwort knurrte Edward nur ohne aufzusehen.

„Jungs!“, rief Esmes ermahnende Stimme scharf von der Treppe.

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